Auszug aus dem Protokoll der öffentlichen Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses vom 12.09.2019:

„… In der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am 24.09.2018 wurde  das Büro LUP Ingenieurgesellschaft mbH mit den Beratungsleistungen hinsichtlich  energetischer Planungen für die Entstehung des Städtebaulichen Entwurfs „Das  neue Alfred-Delp-Quartier“ beauftragt.
In der Sitzung des Stadtrates am 11.02.2019 wurde für das neue Alfred-Delp- Quartier das erstellte Energiekonzept der LUP Ingenieursgesellschaft mbH,  Augsburg, von Herrn Dipl.-Ing. Michael Linkersdörfer vorgestellt. Im Verlauf der  Beratungen wurde der ursprüngliche Auftrag zur Energie-Konzeptstudie um  nachstehende Untersuchungsgebiete erweitert:

1. Zentrale Nahwärmeversorgung auf der Brennstoffquellenbasis Holzhackschnitzelkesselanlage
2. Technisch-wirtschaftliche Einbeziehung des Freibades am Schellenberg in ein zentrales Nahwärmeversorgungsnetz (versorgungsseitig)
3. Einbeziehung der Biogasanlage Bioenergie Kraus GbR in Donauwörth-Zirgesheim in ein zentrales Nahwärmeversorgungsnetz (beschaffungsseitig)
Der Auftrag zur Erweiterung der Konzeptstudie wurde mit Schreiben vom 04.03.2019 erteilt.
Bezüglich der Ziffer 3 fanden im Rahmen der erweiterten Konzeptstudie ein Ortstermin mit Datenaufnahme und Fotodokumentation sowie Gespräche mit dem Betreiber statt. Aufgrund des nicht guten technischen Zustandes der Biogas Energie-Erzeugungsanlage, der Führung des Anlagenbe-triebes durch eine Person (1-Mann-Betrieb) sowie der fehlenden Reserve- bzw. Ausfallleistung der Erzeugungsanlage wird von der Einbeziehung der Biogasanlage Bioenergie Kraus im Rahmen der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit abgeraten.
Die zusammengefassten Ergebnisse sowohl der Basis-Konzeptstudie Energie vom 26.03.2019 als auch der erweiterten Konzeptstudie Anschluss des Freibades am Schellenberg vom 06.05.2019 werden als Anlage zu dieser Sitzungsvorlage übersichtlich dargestellt und im Anschluss erläutert. Die jeweils besten Einzelergebniswerte wurden hierbei gelb unterlegt.
Aufgrund der unterschiedlichen Anschlussbedarfsprofile sowie im Verlauf des Fortschritts der Bautätigkeit kann es notwendig werden, mehrere BHKW’s an zwei Standorten zu installieren. Die Standorte der BHKW’s sowie die daraus resultieren weitergehenden Fragestellung (Emissionen, etc.) sind in Detailplanungen zu klären bzw. niederzulegen.

Es folgt der Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Michael Linkersdörfer mittels einer PowerPoint-Präsentation.
Die Mitglieder des Ausschusses erhalten eine Kopie der verschiedenen vorgestellten Varianten des Herrn Linkersdörfer.
Frau Stadtkämmerin Hammer teilt mit, dass die staatlich geförderte Studie zum Energiekonzept im Alfred-Delp-Quartier mit der heutigen Vorstellung der Untersuchungsergebnisse durch das Büro LUP Ingenieursgesellschaft mbH, Augsburg, endet. Der Beschluss, ein Wärmeversorgungsnetz im Alfred-Delp-Quartier aufzubauen, wird auf der Grundlage des abgeschlossenen Maßnahmenvertrages durch das KU Stadtentwicklung Donauwörth umgesetzt. Das Wärmeversorgungsnetz wird in die Erschließungsplanung des KU Stadtentwicklung Donauwörth integriert.
Die verschiedenen Varianten werden kontrovers diskutiert.
Die Sitzung wird vom Vorsitzenden von 17:30 Uhr bis 17:40 Uhr unterbrochen und die Nichtöffentlichkeit der Sitzung hergestellt.
Auf der Grundlage der Konzeptstudien vom 26.03.2019, vom 06.05.2019 sowie vom 21.05.2019, des Vortrages von Herrn Dipl.-Ing. Linkersdörfer und der weiteren Untersuchungsergebnisse werden anschließend folgende Beschlüsse gefasst:

Beschluss 1:
Die Wärmeversorgung des Alfred-Delp-Quartiers erfolgt zentral mittels Blockheizkraftwerk(en) (BHKW) auf der Basis der Brennstoffquelle Erdgas. Fragestellungen wie bspw., ob/inwieweit Biomethan anteilig beigefügt wird und ob Einfamilien-, Zweifamilien- bzw. Reihenhäuser aufgrund ihres niedrigen Energiebedarf angeschlossen werden, bleibt angesichts der ökonomischen Folgewirkungen dem Nahwärmebetreiber vorbehalten. Weitergehende Fragestellungen (Standorte des/der BHKW(s), Emissionen, Zubringerverkehr, usw.) sind in den Detailplanungen zu klären und niederzulegen.

Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 10
Nein-Stimmen: 3

Beschluss 2:
Das Freibad am Schellenberg wird an das Nahwärmenetz im Alfred-Delp-Quartier angeschlossen.

Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 13
Nein-Stimmen: 0

Beschluss 3:
Auf die Einbeziehung der Biogasanlage von Bioenergie Kraus GbR, Donauwörth-Zirgesheim, wird verzichtet.

Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 13
Nein-Stimmen: 0

…“ 

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23.09.2019 Antrag zur Einbeziehung des Klimaschutzbeirates

30.09.2019 DZ – Gas aus Russland statt Biogas aus Zirgesheim

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Aus meiner Stellungnahme vom 6.10.2019:

„… In der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses (BPU) vom 12.09.2019 wurde u.a. die Energieversorgungsstudie für das Alfred-Delp-Quartier vorgestellt und vom Ausschuss direkt im Anschluss an die Vorstellung einer Konzeptstudie Beschlüsse hinsichtlich der zu planenden Energieversorgung gefasst:
– Das Alfred-Delp-Quartier soll zentral mittels Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Wärme versorgt werden.
– Die BHKW sollen „auf der Basis der Brennstoffquelle Erdgas“ betrieben werden.
– „Fragestellungen wie bspw., ob/inwieweit Biomethan anteilig beigefügt wird und ob Einfamilien-, Zweifamilien- bzw. Reihenhäuser aufgrund ihres niedrigen Energiebedarf angeschlossen werden, bleiben angesichts der ökonomischen Folgewirkungen dem Nahwärmebetreiber vorbehalten“
– Die örtliche Biogasanlage (Zirgesheim), die bislang das Quartier mit Wärme versorgte, soll künftig unberücksichtigt bleiben.
Diese Beschlüsse, sowie die Art und Weise wie es zu dieser Beschlussfassung kam, müssen allerdings kritisch hinterfragt werden!
Obwohl in der Aufgabenstellung für die beauftragte Untersuchung für die künftige Wärmeversorgung offiziell nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine ökologische Bewertung gefordert wurde, scheint tatsächlich die Aufgabenstellung eine ganz andere gewesen zu sein.
Der Grundsatz für nachhaltiges Handeln „Vermeiden – Verringern – Kompensieren“ wurde nicht nur nicht beachtet, ganz im Gegenteil. Schaut man sich die vorgestellten Konzeptstudien genau an, so stellt man fest, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den Überlegungen letztendlich überhaupt keine Rolle spielen:

Beispiel 1:
Von vornherein wurden für die Wärmebedarfsberechnung lediglich die gesetzlichen Mindeststandards zu Grunde gelegt. Die Möglichkeit der Festsetzung von Passivhaus-, Nullenergie- oder gar Plusenergiestandards1 wurde bislang nicht einmal in Betracht gezogen.

Beispiel 2:
In der Konzeptstudie vom 26.03.2019 wurde die überwiegend regenerative Wärmeversorgung des Freibades noch sehr positiv beurteilt:
„… Vor der Erstellung der Konzeptstudie wurde die Möglichkeit einer Anbindung des Freibads auf dem Schellenberg an ein Nahwärmenetz untersucht.
Durch den Betrieb einer Absorberanlage und einer Solarthermieanlage, muss nur ca. 14% der Wärme für das Freibad über installierte Reserve-Wärmeerzeuger (Gasbrennwertkessel für Beckenwasser und Gastherme für Duschen)
bereitgestellt werden.
Aufgrund der gut geeigneten, größtenteils regenerativen Wärmeversorgung und hohen erforderlichen Investitionskosten für einen Anschluss an das Nahwärmenetz (ca. 180 Tr.m), wird das Freibad bei der weiteren Konzeptstudie nicht berücksichtigt…
Für die Bearbeitung standen ausreichend Daten und Informationen zur Verfügung. Die Bearbeitungstiefe ist für die … Aufgabenstellung ausreichend…“

Am 12.09.2019 dagegen wurde empfohlen das Freibad vollständig über erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Wärme zu versorgen, da so eine bessere Auslastung für die BHKW erreicht wird.
Insgesamt scheint bei der Konzepterstellung und der Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung vor allem der wirtschaftliche Aspekt hinsichtlich der Stadtwerke und dem Erdgasversorger im Vordergrund zu stehen.
Dazu passt, dass z.B. mittel- und langfristig tatsächlich anfallende (sowie kalkulatorische) Kosten wie z.B. die kommende CO2-Bepreisung oder auch geringere Wertverluste von Passiv- oder gar Plusenergiehäusern nicht einmal erwähnt werden. Dass Klimafolgekosten für die Gemeinschaft in der Betrachtung und bei der Abwägung keine Rolle spielten, ist fast schon selbstverständlich.

Erwähnt und hervorgehoben wird dagegen:
„… Das Alfred-Delp-Quartier-Projekt ist das beste wirtschaftliche Nahwärmeprojekt … gutes neues Geschäftsfeld für die Stadtwerke Donauwörth mit extrem guten Gewinnmöglichkeiten … weiterer Ausbau des Netzes in andere Richtungen
der Stadt …“

Wieder einmal zeigt sich, dass in Donauwörth Anspruch und Handeln weit auseinander klaffen! Wie schon jüngst beim Thema „Fahrradfreundliche Kommune“, so scheint nun die Stadt Donauwörth beim Thema „Nachhaltige Quartierentwicklung“ den schönen Worten und Beschlüssen viel zu wenig Taten folgen zu lassen!

Warum durfte sich im Vorfeld nicht der wenige Monate zuvor berufene  Klimaschutzbeirat gemäß seiner Satzung mit dem Thema befassen?

Am 3.6.2019 wurde vom Stadtrat einstimmig die Aufwertung des Energieteams (seit 2007) zum neuen Gremium „Klimaschutzbeirat“ und die dazugehörige Satzung beschlossen. Gemäß der vom Stadtrat beschlossenen Satzung §2 (1) berät der Klimaschutzbeirat „ … den Stadtrat sowie die von ihm gebildeten Ausschüsse in allen energie- und klimaschutzrelevanten Angelegenheiten“. Tatsächlich hat/konnte/durfte
sich der AK Energie/Klimaschutzbeirat sich vor dem Beschluss des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses (BPU) nicht mit den Konzeptstudien zum Thema Wärmeversorgung Alfred-Delp-Quartier auseinandersetzen und konnte dementsprechend seine Aufgabe nicht wahrnehmen.

Was ist mit dem so gerne zur Schau gestellten European-Energy-Award?
2006 ist die Stadt Donauwörth dem European-Energy-Award-Programm (EEA) beigetreten. Nach eigener Aussage hat sich die Stadt Donauwörth „durch konsequente energiepolitische Arbeit als „Umwelt- und Energiestadt“ positioniert und strebt eine Vorreiterrolle für Ihre Bürgerinnen und Bürger für die gesamte
Region und innerhalb Bayerns an“

Wie passt es zu diesem Anspruch, dass die Grundlage für die in den vorgestellten Konzeptstudien enthaltenen Berechnungen lediglich die gesetzlichen Anforderungen (je nach zu erwartendem Baubeginn EnEV 2016 oder GEG) zugrunde legte? Von der beanspruchten „Vorreiterrolle“ ist rein gar nichts zu sehen.
Andere Kommunen dagegen lassen schon seit vielen Jahren den Worten auch entsprechende „echte“ Taten folgen. Denn klimaneutrale Stadtviertel sind keine Utopie, sondern nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch nachhaltig – für die betroffenen Bürger und für die ganze Gemeinschaft.

Gut ist, dass sich am 09.10.2019 nun doch der Klimaschutzbeirat mit dem Thema „Energieversorgung im Alfred-Delp-Quartier“ befassen und damit seiner Aufgabe nachkommen darf.
Die Energieversorgung ist aber nur einer von vielen klimaschutzrelevanten Aspekten bei der Schaffung des Alfred-Delp-Quartiers. Dem entsprechend gibt es noch viel weiter ergänzenden Beratungs – und Handlungsbedarf!“

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Am 21.10.2019 wurde das Thema „Energieversorgung Alfred-Delp-Quartier“ auf Grund eines Antrages der SPD-BfD-Fraktion erneut behandelt.

Auszug aus dem Protokoll der öffentlichen Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses vom 21.10.2019:

„… Die Energieversorgungsvarianten des Quartiers wurden in mehreren ausführlichen Studien des Büros LUP, Augsburg untersucht. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat in seiner Sitzung vom 12.09.2019 folgende Beschlüsse gefasst:

Am 02.10.2019 wurde von SPD/BfD-Stadtratsfraktion ein Antrag zur Zurückstellung des Beschlusses zur Anschaffung eines Gas-BHKW für das „Alfred Delp Quartier“ gestellt. Im Einzelnen wurde darin beantragt:
– Dass die Umsetzung der Beschlüsse des BPU-Ausschusses zurückgestellt wird, bis die Empfehlungen des Klimaschutzbeirates vorliegt und ggf. bei einem Abweichen der Beschlussempfehlung das Thema neu beraten und beschlossen wird.
– Dass der Klimaschutzbeirat das Thema „Energieversorgung Alfred-Delp-Quartier“ ausführlich berät und das Ergebnis bekannt gibt.
– Eine Prüfung des erstellten Gutachtens und ggf. eine Neuberechnung unter den veränderten Rahmenbedingungen hinsichtlich des erwarteten Energieverbrauchs und steigender CO²-Preise.

Daraufhin wurde in der Sitzung des Klimaschutzbeirates vom 09. Oktober 2019 das Thema nochmals ausführlich beraten. Es wurde empfohlen, dass sich der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen nochmals mit dem Thema Energieversorgung Alfred-Delp-Quartier befasst. Dabei sollte explizit die Fragestellung inwieweit zusätzlich erneuerbare Energien für die Energieversorgung eingebunden werden können betrachtet werden. Es wurde weiterhin angeregt evtl. eine neue, zusätzliche Variante des Energiemixes aus BHKW in Verbindung mit einer Hackschnitzelanlage und Spitzenlastkessel berechnen zu lassen. Es wird nun erwartet, dass in den nächsten 2-7 Jahren die komplette Bebauung erfolgt.
Ziel der Stadtwerke Donauwörth ist es, den Betrieb des Nahwärmenetzes zu übernehmen, um so einerseits die Stadtwerke weiterzuentwickeln und andererseits für die Bürger ein zukunftsfähiges Quartier, das die Herausforderungen der  Energiewende annimmt, zu schaffen. Gleichzeitig muss darauf geachtet werden, dass die finanziellen Belastungen der künftigen Bewohner und der Stadt/Stadtwerke im Rahmen bleiben. Die Anregungen der Bürger und der kommunalen Vertreter sollen dabei so weit wie möglich berücksichtigt werden. Das Augenmerk soll sowohl auf die ökologische Wärmeversorgung, andererseits als auch auf die Stromversorgung im Areal gelegt werden.
Die Zielvorstellung der Energieversorgung wurde von LUP aufgezeigt. Der Weg dorthin (nur langsamer Zuwachs der einzelnen Gebäude) muss dem Energiebedarf flexibel folgen.

Umsetzungskonzept:
Vorgesehen ist, die Heizzentrale des Freibads (Wärmebedarf vor allem im Sommer und somit Kapazität für den Winter frei) als „Keimzelle“ zu nutzen und von hier den Ausbau der Versorgung zu planen.
Die Zentrale wird saniert und auf die Anforderungen des zu sanierenden Freibades vorbereitet.
Der erste Wärmeabnehmer wird das Freibad sein (und voraussichtlich ein Jahr später) werden zunächst geringere Wärmemengen für das neue Baugebiet benötigt, die noch aus dieser Zentrale ohne Einbau eines BHKW geliefert werden können.
Um den langsam ansteigenden Wärmebedarf des Baugebiets, ohne zunächst die Heizzentrale zu erweitern, zu decken, soll versucht werden Wärme aus der Biogasanlage Kraus zuzukaufen. Sobald die Wärmeabnahme ausreichend steigt, wird das BHKW in die Energiezentrale eingebaut und erzeugt dann gekoppelt Strom und Wärme für die Kunden des Areals. Ein zu früher Einbau wäre weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll.
In Abhängigkeit zum Versorgungsgrad im Quartier, wird entschieden, ob ein 2. Kessel in der Energiezentrale zugebaut werden muss und mit welcher Energieart er befeuert wird (Erdgas, Biogas, oder Hackschnitzel).

Offenen Fragestellungen:
Die Bundesregierung hat über den Gasdialog 2030 und das Klimaschutzpaket 2050 angekündigt, neue Richtlinien und Gesetzgebungen zu erlassen, über die derzeit nur spekuliert werden kann. Sicher ist aber, dass Quartiersversorgungen über BHKWs an vorderster Stelle stehen. Die Förderung für Biogasstrom wird nicht verlängert. Es ist also im Moment unklar wie lange Biowärme aus der Biogasanlage bezogen werden kann. Die Regierung setzt auf „grüne“ Gase, die dem Erdgas beigemischt werden (Wasserstoff, Abfallgas und Biogas). Es kann also jederzeit unter Abwägung von Ökologie und Ökonomie die richtige Gaszusammensetzung für BHKW und Kesselanlage ge-wählt werden. Besondere Berücksichtigung findet dabei heute schon die geplante CO2-Bepreisung.

Mit der Wahl des Standorts und dem beschriebenen Vorgehen ist die höchstmögliche Flexibilität gegeben, um zeitnah auf die politischen Vorgaben reagieren zu können.
Um Vernetzung und Digitalisierung der Energieformen (unter besonderer Berücksichtigung der Elektromobilität) zu ermöglichen, werden bei der Planung bereits die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Für Besucherparkplätze werden E-Ladesäulen zur Verfügung stehen. Die Einbindung von Photovoltaikanlagen auf den Dächern ist ebenfalls geplant.
Aufgrund der Erläuterungen von Herrn Dietmayer und den daraus gewonnenen Erkenntnissen schlagen die Stadtwerke folgende Beschlüsse vor.

Beschluss 1:
Die Beschlüsse des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses vom 12.09.2019 werden verändert.

Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 12
Nein-Stimmen: 0

Beschluss 2:
In Ergänzung zu den Beschlüssen des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses vom 12.09.2019 wird beschlossen, hinsichtlich der Energie- und Wärmeversorgung im Alfred-Delp-Quartier auf der Basis des vorgestellten Konzeptes dieses hinsichtlich Planung und Realisierung weiterzuentwickeln und die Ergebnisse im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss vorzustellen. Es soll die bestehende Biogasanlage miteinbezogen werden. Es soll auch die zukünftige Einbeziehung einer Hackschnitzelanlage möglich sein.

Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 12
Nein-Stimmen: 0

Beschluss 3:
Eine Untersuchung mit einer Neuberechnung des Energiemixes aus BHKW mit einer Hackschnitzelanlage und Spitzenlastkessel erfolgt zu gegebener Zeit.
Abstimmungsergebnis:
Ja-Stimmen: 11
Nein-Stimmen: 1

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Kritik:

Die Beschlüsse vom 21.10.2019 sind im Vergleich zu den Beschlüssen vom 12.09.2019 lediglich ein kleiner Fortschritt.

Die Notwendigkeit der Emissionsvermeidung und die mögliche Realisierung durch die Förderung von Nullenergiehäusern oder Plusenergiehäusern spielt leider in den Überlegungen aufgrund kurzfristiger ökonomischer Überlegungen weiter keine Rolle.