Im Oktober 2011 wurde bekannt, dass der Donauwörther Bundeswehrstandort (Alfred-Delp-Kaserne) geschlossen wird. Folgerichtig hat sich der Donauwörther Stadtrat Gedanken zur Folgenutzung gemacht. Man hat sich entschlossen mit diesem Gelände im Jahr 2013 an EUROPAN12 teilzunehmen. Auslober des deutschen Teils des Europan-Wettbewerbs war die Deutsche Gesellschaft zur Förderung von Architektur, Wohnungs- und Städtebau e.V. in Kooperation mit der Großen Kreisstadt Donauwörth. Thema dieses Wettbewerbes war „Adaptable City“(Anpassungsfähige Stadt).  Übertragen auf die Stadtplanung bedeutet dies, städtische Quartiere weiterzuentwickeln, obsolet gewordene Standorte neu zu strukturieren und sie durch eine Neuorientierung an den Wandel anzupassen. EUROPAN 12 bot 6 Kategorien von Standorten mit spezifischen Fragestellungen zur Bearbeitung an.

Städtebauliches Hauptanliegen der Stadt Donauwörth war es, das frei werdende Militärareal mit der angrenzenden Parkstadt und der Wohnsiedlung am Schellenberg zu vernetzen. Zudem sollte die Anbindung des Areals an die Altstadt verbessert werden. Es sollte ein lebendiges Stadtquartier zum Wohnen und Arbeiten entwickelt werden, das in seiner Entwicklung energiesparend, ökologisch, generationenübergreifend sowie naherholungs- und freizeitorientiert ausgerichtet sein sollte.

Europaweit waren Projekte in 51 Städten aus 16 Ländern ausgeschrieben worden, und 1.757 Planungs- und Entwurfsteams aus Architekten, Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Ingenieuren, Künstlern und Designern reichten ihre Konzepte ein.

Dabei waren u.a. 10 Standorte aus Deutschland: Heidelberg, Mannheim, München, Nürnberg, Kaiserslautern, Bitterfeld-Wolfen, Konstanz-Kreuzlingen,  Kaufbeuren, Wittenberge und Donauwörth. Für diese 10 Projekte gingen 310 Konzepte ein, davon 18 für Donauwörth.

Eine lokale Jury traf eine Vorauswahl. Die Endauswahl traf ein nationales Preisgericht. Am 13. Dezember 2013 gab die international zusammengesetzte Jury die Gewinner bekannt. Gewinner für das Donauwörther Projekt: KEPT SOIL

Was ist EUROPAN?

 

 

Das Ergebnis für das Projekt „Umnutzung der Donauwörther Alfred-Delp-Kaserne“

PREIS: ZG 704 KEPT SOIL
Valentin Cordebar (FR), Architekt
Raphael Masson (FR), Architekt

KEPT SOIL

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Aus dem Bericht der Jury:

Die Arbeit besticht durch einen stringenten konzeptionellen Ansatz, der den ressourcenschonenden Umgang mit den vorhandenen Strukturen in den Mittelpunkt stellt: Unmittelbar aus dem Gebäudebestand und der vorhandenen Infrastruktur wird die Struktur für die weitere Entwicklung abgeleitet. Es wird die Entwurfsthese aufgestellt, dass über die schon versiegelten Flächen hinaus keine weiteren Flächen versiegelt werden dürfen.

Die vorhandenen Gebäude werden auf die statisch nutzbaren Elemente reduziert. Beispielhaft werden drei Gebäudetypologien vorgeschlagen, die aus diesen Grundelementen entstehen können: aus ehemaligen Unterkunftsgebäuden werden Stadthäuser, ehemalige Kfz-Hallen werden zu individuellen Wohnmodulen umgenutzt. Auf den erhaltenen Bodenplatten der ehemaligen Fahrzeughallen sollen frei stehende Wohneinheiten entstehen. In der Summe entsteht ein differenziertes Angebot unterschiedlicher Wohntypen in einer insgesamt für das Stadtquartier angemessenen Dichte.
Die bestehenden Wegeverbindungen zwischen Altstadt und ehemaligem Kasernengelände sollen aufgewertet werden
Durch die Arbeit wird die These aufgestellt, dass das städtebauliche Arrangement im nördlichen und zentralen Bereich der ehemaligen Kaserne hohe räumliche Qualitäten aufweist.

 

 

ANKAUF: EF 473 MULTIPLE CITY
Markus Vogl (DE), Architekt
Sigrid Müller-Welt (DE), Architektin
Bence Horvath (HU), Architekt
Dominique Dinies (CH), Architekt/Stadtplaner
Anita Barthelemy (AT), Architektin
Mechthild Weber (DE), Architektin
Fabien Barthelemy (FR), Architekt
Zsuzsanna Werner (HU), Architektin

MULTIBLE CITY

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Aus dem Bericht der Jury:

Die Arbeit überzeugt mit einer poetischen, skulpturalen Geste, welche die Verbindung der traditionellen Altstadt mit der neuen „Waldstadt“ und ihren aneignungsfähigen Räumen funktional überzeugend und an der richtigen Stelle herstellt. Es werden drei sich kreuzende Wege unterschiedlicher Qualitäten in Verbindung mit einem Grünzug angeboten: ein aufgeständerter Radweg, ein romantischer Fußweg am Boden und darüber, in Verbindung mit dem Schwimmbad, die „Feierabendrutsche“ als rasante Verbindung und identitätsstiftendes Infrastrukturelement.
Das Kasernenareal wird in drei funktionale Bereiche gegliedert, den Sportpark im Norden, der das vorhandene Angebot erweitert, dann die zentrale Mitte mit Volkspark und öffentlichen und gemeinschaftlichen Nutzungen. Um die grüne Mitte werden sehr gut proportionierte Baufelder vorgeschlagen, die in unterschiedlichen Gebäudekonfigurationen Wohnhöfe bilden, die mit der Integration von Bestandsgebäuden und gemeinschaftlichen Einrichtungen attraktive Angebote versprechen. Nach Süden wird dieser Bereich von einem „Rückgrat“ mit Mischnutzungen und Hochpunkten begrenzt.
Am südlichen Hang wird eine robuste städtebauliche Struktur zur Entwicklung individueller Patio-Häuser vorgeschlagen. Diese Bebauung profitiert vom Blick über die Stadt in die Landschaft.
Insgesamt bietet das Projekt nachvollziehbare und überzeugende Ansätze. Die besondere Stärke der Arbeit liegt im Bereich der Anknüpfung des Areals in Form der Waldstadtbrücke.

 

 

ENGERE WAHL: BK 519 DONAUWÖRTHLIVING
Alexa Bodammer (DE), Stadtplanerin
Florian Kessel (DE), Architekt
Roland Züger (CH), Architekt
Mitarbeiter:
Carina Fürstenau (DE), Architektin
Karl Köhler (DE), Landschaftsarchitekt
Daniel Eckert (DE), 3D-Designer

DONAUWÖRTHLIVING

 

 

 

Weitere Infos zum Wettbewerb EUROPAN12 :

 

Die Teilnahme am Wettbewerb in der Presse: