Am 08.08.1918, also vor genau 100 Jahren, erschien im Donauwörther Anzeigenblatt nachstehender Beitrag zur Donauschifffahrt:

 

„(…)

Donauwörth und Umgebung

Donauschiffahrt Regensburg – Ulm

Bekanntlich fand im Juli 1913 eine Probefahrt der Donau Main-Rhein-Schiffahrt-Gesellschaft mit deren Motorboot „Bayern“ nach Ulm mit befriedigendem Erfolg statt. Die späteren beabsichtigten Fahrten mußten leider infolge Ausbruch des Krieges unterbleiben und es wurden mit Ausnahme einer Exkursionsfahrt nach Steppberg, keine weiteren Fahrten mehr oberhalb Eining ausgeführt.

In letzter Zeit konnte nun, dank der Initiative der Schiffahrtsabteilung beim Chef des Feldeisenbahnwesens, Berlin, bezw. dessen Beauftragten in Regensburg, welchem übrigens auch das Aufblühen der Kanalschiffahrt in besonderem Maße zu verdanken ist, die Schiffahrt oberhalb Eining wieder zur Geltung kommen.

So wurde in den letzten Tagen die Schiffahrt nach Ingolstadt aufgenommen und zwar ist bereits ein Anzahl Schiffe der „Demerag“ (Donau-Main-Rhein-Schiffahrts-Aktien-Gesellschaft) nach dort abgelassen worden. Bis jetzt wurde nur Heeresgut (Kriegsbeute) verschifft, wie wir indes hören, soll in nächster Zeit die Schiffahrt auf Grund der guten Erfolge, die erzielt wurden, auch auf Privat- und Handelsgüter ausgedehnt werden. (In den Kriegen mit Frankreich vor einem Jahrhundert nahmen die französischen Kriegsgefangenen gleichfalls von Ulm aus den Wasserweg auf der Donau nach Ungarn. Red.)

Man denkt auch daran, die Schiffahrt nach Dillingen-Ulm sobald als möglich auszudehnen, sodaß also auch die bisher tote obere Donau wieder Leben bekommt. Wenngleich auch der Schiffspark gegenwärtig auf anderen Strecken sehr begehrt ist, so kann aber der infolge der eingestellten Mainschiffahrt auf der Strecke Würzburg-Bamberg freigewordene Kanalschiffsraum auf der Donau zweckentsprechend ausgenützt werden. Mögen die mit gutem Erfolg begonnenen Probefahrten weiterhin fortgesetzt werden, so daß die Schiffahrt auf der bis jetzt ganz verwaisten oberen Donau wieder zur Geltung kommt.“

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100 Jahre später ist darin nicht mehr zu denken, dass einmal Frachtschiffe die Donau bis Donauwörth und weiter hinauf befahren hatten. Immerhin kommt aber bei günstigem Wasserstand ab und zu eine „Ulmer Schachtel“ und legt im neu gestalteten „Alten Donauhafen“ an, wie zuletzt am 30.06.2018.
Derzeit haben wir aufgrund der andauernden Trockenheit „Niedrigwasser“ und der Schiffsverkehr ist überschaubar.

 

 

 

 

 

 

Augsburger Allgemeine am 1.8.2018: Niedrigwasser in der Donau