wörtliche Wiedergabe der Broschüre:
Ludwig Auer: Die Wiederherstellung der Heilig-Kreuz-Kirche in Donauwörth als ein Denkmal für Pius IX; Donauwörth, Buchhandlung des kath. Erziehungsvereins, 1878

 

Einleitung.

Die verehrten Leser erhalten in folgenden Zeilen Nachricht über einen Plan zu einem Denkmal für Pius IX. Indem wir ihnen denselben übersenden, stehen wir zu Gott, „er möge die Herzen der verehrten leser für diesen Plan begeistern, damit sie einerseits selber nach Kräften beisteuern zu diesem sicher gottgefälligen Werke und daß sie anderseits im Kreise ihrer Verwandten und Bekannten für dieses würdige Pius-Denkmal eifrige Fürsprecher und Sammler werden.“
Gott segne unser Bemühen zur Ehre des heiligen Kreuzes und zum Andenken an unseren verstorbenen, innigstgeliebten heiligen Vater Pius IX.
     *Solche Broschüren sind gratis und franco von dem Unterzeichneten zur Vertheilung zu beziehen.

                                                                                              Ludwig Auer,
                                                                               Director des Cassianeums in Donauwörth.
                                                                                                               (Bayern)

 

I. Zur Ehre des heiligen Kreuzes.

Geschichte der Heilig-Kreuz-Kirche in Donauwörth.

Im Jahre 1028 erhielt Graf Mangold I. vom Kaiser Constantin VIII. in Constantinopel, bei dem er als Gesandter sich aufhielt – eine kostbare Tafel, in welcher ein großer Partikel

vom Kreuze Jesu Christi nebst anderen ehrwürdigen Reliquien vom Oelberg, vom Calvarienberg und vom heiligen Grabe enthalten waren. Graf Mangold schickte dieses kostbare Geschenk sofort durch seine treuesten Diener in sein Schloß zu Donauwörth.

Als der fromme Graf im Jahre 1029 zu Hause angekommen war, baute er auf seiner Burg Mangoldstein ein Kirchlein zu Ehren des heiligen Kreuzes und ein Frauenkloster daneben. Aber bald strömten so vuiele Wallfahrer aus Nah und Fern zum heiligen Kreuz, daß sie nicht einmal der weite Burghof, viel weniger das Kirchlein fassen konnte.

Deßhalb erbaute Mangold II. im Jahre 1067 auf einem nahen Hügel eine neue Kirche und ein neues Kloster. Das Volk eilte in Schaaren herbei und legte unter’m Kreuz seine Bitten und seine Klagen lieder. Bald fehlte es an Priestern, die der stets wachsenden Menge der Wallfahrer die heiligen Sacramente spenden konnten. Da baute Mangold III. im Jahre 1125 ein neues Kloster neben der Heilig-Kreuz-Kirche und zwar ein Benedictinerkloster. Das Frauenkloster (welches an der Stelle stand, wo jetzt unsere Buchhandlung ist) wurde spätrer aufgehoben und die Nonnen in andere Klöster versetzt.

Der Zudrang des Volkes nahm nun immer mehr zu. Aber auch Könige und Fürsten eilten zum heiligen Kreuze, um es zu verehren und um unter seinen Schutz sich zu stellen. So pilgerte zum Beispiel der große Kaiser Maximilian I. gegen siebenmal hieher zum heiligen Kreuz. Er schenkte der Kirche unter anderem einen Dorn von der Dornenkrone Jesu Christi und ließ für den Kreuzpartikel eine äußerst kunstreiche und werthvolle Monstranz machen.

Selbstverständlich wurde von den Wallfahrern bei ihrer Andacht zum Leiden Jesu auch die Mutter nicht vergessen, die den Leidensweg mitwandelte und unter dem Kreuze von einem siebenfachen Schmerzensschwerte durchbohrt stand. Eine uralte edle Statue der schmezhaften Mutter in der Gruftkapelle – von der wir hier ein Bild mitgeben – war der Mittelpunkt dieser Andacht.

Viele Votivtafeln verkünden heute noch, daß die Mutter das Mitleid mit ihr und das Vertrauen zu ihr nicht unbelohnt ließ. Noch jetzt istr selten eine Stunde, in der die schmerzhafte Mutter nicht irgend eine bedrängte Seele vor ihrem Bilde in unserer Gruft-Capelle sieht.

So blühte die Andacht zum heiligen Kreuz und zur schmerzhaften Mutter dahier achthundert Jahre fort und trug unzählige herrliche Früchte.  Um das Jahr 1720 ließ der Abt Amand die alte Kirche niederbrechen und baute ein herrliches, meisterhaft ausgeführtes Gotteshaus und dazu einen äußerst zierlichen Thurm.

Das ist die Kirche, die jetzt von Untergang bedroht ist, aber durch milde Gaben als ein Denkmal für Pius IX. restaurirt werden soll.
Das Jahr 1803 hat mit seinem Klostersturm in Bayern auch das alte, herrliche Benedictinerkloster bei Heilig-Kreuz in Donauwörth aufgehoben und gründlich ausgeräumt. Das Kloster kam an das fürstliche haus Wallerstein und stand lange Jahre ganz verlassen da, bis es endlich in ein großes Wohnhaus umgebaut wurde. Weil viele Jahre ein kranker Geistlicher die Pfarrei bei Heilig-Kreuz versah, unterblieben die bisherigen Feierlichkeiten in der ehrwürdigen Wallfahrtskirche mehr und mehr. Die ankommenden Wallfahrer fanden nicht mehr, was sie gewohnt waren,, „das Kreuz im Glanz, umgeben von zahlreichen Priestern, Predigern, Beichtvätern“ und es blieben nach und nach immer mehr von ihnen weg. So ging es mit der Kirche und mit der Wallfahrt immer mehr rückwärts.

Im Jahre 1876 ging das Kloster Heilig-Kreuz durch Pacht an den Unterzeichneten über, der die ehemaligen Oekonomiegebäude des Klosters sofort umbaute zu schönen Räumen für eine Buchdruckerei, Buchbinderei und Buchhandlung und die übrigen Räume zu Wohnungen für die Mitglieder seiner Anstalt benützte.[1]

Nun kam wieder etwas mehr Leben in die ehrwürdigen Räume. Da wurde plötzlich die Kirche von der Baubehörde für baufällig erklärt und polizeilich abgesperrt. Nun begann ein langes Untersuchen und berechnen wegen unsers Tempels des heiligen Kreuzes. Und das Resultat dieser fachmännischen Untersuchungen und der Berechnungen der fürstlichen Standesherrschaft war: „daß die Kirche gesperrt und dafür die danebenstehende kleine Veitscapelle als Pfarrkirche hergerichtet werden soll.“ Es hat ja niemand eine rechtliche Verpflichtung zur Unterhaltung der Klosterkirche.

Während dieser Verhandlungen über Leben und Tod unserer schönen Kirche wurde es mir immer klarer, daß mich der liebe Gott nicht bloß deßhalb nach Heilig-Kreuz führte, um für das Cassianeum schöne Räume zu haben, sondern daß Er mit die große aber beseligende Aufgabe gesetzt hat, „diese Kirche und diese Wallfahrt vor dem Untergange zu retten.“

Ich wendete mich deßhalb an Se. Durchlaucht den herrn Fürsten Wallerstein mit dem Vorschlag, „daß ich Kloster Heilig_Kreuz kaufen und die Kirche übernehmen und dann alles Mögliche für ihre Rettung aufbieten wolle.“ Und der edle Fürst kam meinem Ansinnen mit rühmenswertester Bereitwilligkeit entgegen, und so galang der Plan. Am 20. Februar wurde das ganze ehemalige Kloster Heilig-Kreuz dem Unterzeichneten notariell zugeschrieben.[2]

Es steht nun die riesige Aufgabe der Reparatur der Kirche vor mir. Das Gewölbe der Kirche zeigt viele Risse, der zierliche Thurm ist in seinem untern, uralten Theile sehr baufällig. Die unabweisbar dringende bauliche Reparatur wird – im günstogsten fall – über 20,000 Mark kosten. Wenn aber auch diese vollendet wäre, so stünde die Kirche so arm, so herabgekommen, so vielfach z.B. an den Deckgemälden verstümmelt da: daß sie nur das Bedauern des katholischen Volkes hervorrufen, nicht aber ihrem Zwecke entsprechen könnte: „die Ehre des heiligen Kreuzes zu verkünden.“


Das ehemalige Kloster Heilig Kreuz und die Wallfahrtskirche.

Die innere Ausschmückung der Kirche wird bei 100,000 Mark kosten. Immerhin! Der liebe Gott wird für sein Haus die Mittel durch gute Menschen schicken.

Ich habe mich mit unserm hochwürdigen Herrn Pfarrer – dessen Herz warm für die Ehre des heiligen Kreuzes schlägt – und einigen begeisterten Männern unserer Pfarrei verbunden, um alles aufzubieten, damit die Kirche wieder ein Ehrentempel des heiligen Kreuzes werde.

Sobald dann die Kirche neu geschmückt und verjüngt dasteht, werde ich dieselbe der Kirchengemeinde von Heilig-Kreuz als Geschenk gerichtlich zuschreiben lassen und dabei nöthigenfalls die Baulast für meine Anstalt behalten.

 

II. Die Heilig-Kreuz-Kirche als Pius-Denkmal.

Mitten in unsere Sorgen und Pläne für unsere ehrwürdige Kreuzes-Kirche fiel in den letzten Tagen die Nachricht von dem Tode unsers innigstgeliebten heiligen Vaters Pius IX.

Kaum hatten sich dessen Vater-Augen geschlossen, da tauchten in Italien Pläne auf für Errichtung eines Pius-Denkmals. Es liegt bei den eben geschilderten Verhältnissen sehr nahe, daß wir dachten: „Unsere arme Kirche wäre der Unterstützung so bedürftig! Warum sollen wir Deutsche unser Geld nach Italien schicken, wo vielleicht eines Tages ein Haufen Gesindel ein neues Zeugniß des abscheulichsten Undankes gegen Pius IX. auf die Trümmer seines Denkmals stellt? Und keinesfalls wird es jenem Unternehmen einen fühlbaren Eintrag thun, wenn auch wir dem vielgeliebten Vater Pius ein Denkmal setzen.“

Es schien uns weiter ein recht würdiges Denkmal für Pius IX. (der nach alter vollerfüllter Prophezeiung das „Kreuz vom Kreuze“ hieß), wenn zum Andenken an ihn eine (sonst dem Verfalle nahe) Kreuz-Kirche schön und würdig restaurirt und eine mehr als achthundertjährige Wallfahrt zum heiligen Kreuz neubelebt würde.

Und wir gingen im Vertrauen auf Gott und auf unsere lieben Freunde und Freundinnen um Beiträge zur Restaurirung unserer Kirche zu betteln. Wir hoffen, daß wir nicht umsonst betteln!

Und wenn dann einmal die Kirchenreparatur vollendet ist[3], dann soll in dieser Kirche ein herrliches Bild oder eine Statue Pius IX. aufgerichtet und darunter geschrieben werden:

Diese Kirche
wurde zur Ehre des heiligen Kreuzes im Jahre 18… durch milde Beiträge
restaurirt
zum Andenken an den innigstgeliebten heiligen Vater

Pius IX.
(gestorben am 7. Febr. 1878)

In dieser oder in einer ähnlichen Weise soll also unsere Kirche Pius IX. als Denkmal gewidmet werden.

Und wenn die Andacht zur schmerzhaften Mutter wieder eifriger gepflegt wird und wenn die Mutter mit neuer Liebe um ihre leidenden Kinder sich annimmt: welch‘ ein schönes Denkmal für Pius, den glühenden Verehrer Mariens!

Da in unserer Anstalt nur zum Besten der Jugend gearbeitet wird und wenn – worum ich zum Herrn flehe – bei der oben erbetenen Erleichterung unseren riesigen Ausgaben es balb möglich wird, recht viel armen Knaben in unserer Anstalt – nämlich in dem beabsichtigten Knaben-Institute – eine gute Erziehung zu verschaffen, wenn dann diese Kinder alltäglich in unserer schönen Kirche vor dem Bilde des Kinderfreundes Pius beten: „Blumen an’s Kreuz“, die auch dem lieben Gott gefallen!

 

 

III. Dem heiligen Kreuz zur Sühne.

Die würdig restaurirte Heilig-Kreuz-Kirche zu Donauwörth böte wohl schon nach ihrem äußeren Ansehen ein schönes Denkmal für das „Kreuz vom Kreuze“, für Pius IX. Nun soll aber diesem Denkmal noch eine Idee, ein Gedanke, eine Absicht zu Grunde gelegt werden, die seinen Werth noch unendlich erhöht.

Unsere neue Zeit, unser aufgeklärtes Jahrhundert ist entsetzlich reich an Schmähungen, Feindseligkeiten, Beleidigungen gegen das Zeichen unserer Erlösung, gegen das Kreuz. Die unbeschreiblichen Leiden des größten Dulders unserer Zeit, Pius IX., wurzelten alle in seinem treuen, standhaften Festhalten am Kreuz, an der Lehre des Gekreuzigten.

Wohlan! laßt uns eifrigst wirken für die Ehre des Kreuzes, um dadurch dem gekreuzigten eine Sühne anzubieten für die Sünden unserer Zeit gegen das Kreuz. Dieses heilige Streben soll die kostbare Innenseite unseres Pius-Denkmals sein.

Gewiß! Vater Pius ist mit diesem Denkmal zufrieden. Sein Segen wird auf unserem Beginnen ruhen.

Und was wäre zeitgemäßer, als unserer armen Zeit die Quelle des Segens, die Quelle des Heiles, „das Kreuz“ neugeschmückt zu zeigen; was wäre für uns nützlicher, als zum Kreuz zu fliehen in den Bedrängnissen unserer Tage. Im Kreuz ist Heil!

 

IV. Die Freunde des Kreuzes.

Nachdem ich nun dargelegt habe, wie es mit unserer Kirche steht und was mit ihr geschehen soll, wende ich mich an all‘ meine verehrten Freunde und Freundinnen mit der inständigen Bitte: „Helfet zu dem schönen Werke! Helfet zur Ehre des heiligen Kreuzes und der schmerzhaften Mutter! Helfet zur Sühne für die Sünden unserer Tage gegen das Kreuz! Helfet zu dem beabsichtigten herrlichen Denkmale für unsern inniggeliebten Vater Pius, für ihn, „das Kreuz vom Kreuze“; für ihn, den glühenden „Verehrer Mariens“; für ihn, den liebvollen „Kinderfreund“!

Jeder soll helfen und sei es auch noch so wenig, was er bieten kann: der liebe Gott wird die Gabe segnen, wenn sie in rechter Absicht gereicht ist. (Die hochwürdigen Geistlichen werden diese Gaben gerne in Empfang nehmen und einschicken.)

Und wenn der Einzelne sein Schärflein beigetragen hat, so möge er doch darauf bedacht sein, „unter seinen verwandten und Bekannten überall ein gutes Wort für unser gutes Werk einzulegen. Es befinden sich an jedem Ort wohlhabende und gut gesinnte Menschen. Sorgen Sie doch, verehrter Leser und verehrte Leserin! daß diese Personen unsern Hilferuf vernehmen. (Wir schicken die nötjigen Drucksachen auf Verlangen gerne gratis und franco. Ueber die engehenden Beiträge wird in einer eignen Beilage zur ‚Monika‘ quittirt.) Und beten kann ein Jedes um Gottes Segen für unser Unternehmen.

Wir versichern die Theilnehmer an dem betreffenden Werke unserer innigsten Dankbarkeit. Es wird durch eigene Erinnerungstafeln in der Sacristei und in der Kirche dafür gesorgt werden, daß die Wohlthäter unserer Kirche von keinem Priester am Altare und von keinem Wallfahrer im Gebete vergessen werden. (Ein Verzeichnis der Wohlthäter unserer Kirche wird in derselben aufbewahrt bleiben.)

Diese Fürbitten und der Antheil an allen Gebeten, am Empfang der heiligen Sacramente und all‘ den guten Werken, welche aus der durch die Opfer der Freunde des Kreuzes und der schmerzhaften Mutter neuaufblühenden Wallfahrt hervorgehen werden: diese Segensworte und Segenthaten werden die Freunde des Kreuzes tausendfach für ihre Opfer entschädigen. Der Ehrentempel, den wir in unserer Kirche dem heiligen Kreuze neu herrichten; diese heilige Stätte der Sühne für das heilige Kreuz; dieses Liebesdenkmal für Pius den vielgeliebten großen Papst: wird dann auch eine reiche Segensquelle werden für alle Freunde des Kreuzes.

Das hoffe ich! das wünsche ich aus ganzem herzen. Gott gebe reiche Erfüllung dieses Wunsches!

Donauwörth, im Februar 1878.

                                                                                                    Ludwig Auer,
                                                                                           Director des Cassianeums.

 

 

 

Anhang.

 

Der Pius-Bund der Schutzengel-Kinder.

Der Director des Cassianeums verkehrt wohl mit mehr als 200,000 Kindern und die nennen ihn den „Onkel Ludwig“.

Diesen Kindern hat nun der Onkel Ludwig den Vorschlag gemacht, sie sollen den heiligen Vater Pius IX. – der ihnen im vorigen Jahre zweimal seinen heiligen Segen ertheilte – ein geistiges Denkmal errichten und zwar dadurch,

„ daß sie alle Tage Morgens (wo möglich knieend) folgendes
            „andächtig beten:

 

Zur Ehre Gottes für die Feinde der Kirche:

Vater unser, Gegrüßet seist du.
O mein Gott! Ich vereinige alle meine Gedanken,
Worte und Werke mit dem allerheiligsten Herzen Jesu
und bitte Dich besonders um Gnade für die feinde
unserer heiligen Kirche.

Vater, verzeih‘ ihnen, denn sie wissen nicht was sie thun!
Heiligstes Herz Jesu, erbarme Dich unser!
O Maria! du Helferin der Christen, bitte für uns!
Heiliger Joseph! bitt‘ für uns!
Alle heiligen Schutzengel! bittet für uns!
Alle Heiligen Gottes! bittet für uns!“

Alle Kinder, die hiezu entschlossen sind, sollen sich bei dem Onkel Ludwig melden, der ihre Namen (Wohnort und Post) in ein Verzeichniß eintragen und dieses dann dem hochwürdigsten Herrn Bischof von Augsburg vorlegen und ihn bitten wird, über den Piusbund dem heiligen Vater Leo XIII. zu berichten und ihn um den heiligen Segen und um Ablässe für die Mitglieder desselben zu bitten.

Erwachsene (die schon über 16 Jahre alt sind) können sich in die II. Abtheilung dieser Gebets-Armee aufnehmen lassen und sollen bei der Anmaldung gleich bemerken „II. Abtheilung“.

Das Wesen des Piusbundes liegt also in einem regelmäßigen, gemeinsamen Gebete für die feinde unserer heiligen Kirche und ihres hochehrwürdigen Oberhauptes. Feindesliebe ist ja die höchste Christentugend und ein herzliches Gebet für die Fende ist das Gott wohlgefälligste Gebet. Pius IX. hat uns für die Feindesliebe ein herrliches Beispiel gegeben, dessen Nachahmung wohl das schönste, das beste geistige Denkmal für Pius IX. ist.

Unmöglich kann ein vereintes, regelmäßiges Gebet für die Feinde unserer heiligen Kirche unerhört bleiben. Schließen wir uns also den Kindern an; treten wir ein in den Pius-Bund!!

Näheres  berichtet der „Onkel Ludwig“ gerne.

 

[1] Diese Anstalt – das soll für Fremde hier kurz bemerkt sein – heißt das Cassianeum. Sie besteht ausschließlich für den Zweck, „zum Besten der Jugend (mit Gott und für Gott) durch Verbesserung der häuslichen Erziehung, der Schule und der Fortbildung zu arbeiten.“ Die Anstalt hat durch ihre weitverbreiteten Zeitschriften: ‚Schulzeitung‘, ‚Ambrosius‘, ‚Monika‘ (für die Familien, Auflage 45,000), ‚Schutzengel‘ (für Kinder, Auflage 60,000), ‚Nothburga‘ (für Dienstboten, Auflage 10,000), sowie durch ihre Bücher und durch die netten Schutzengelbriefe u.s.w. schon unglaublich viel gutes gestiftet und ist auffallend von Gott gesegnet. (Näheres wird gerne mitgetheilt. Eben so Probenummern von den Zeitschriften gratis.) Der ganze Reingewinn der Anstalt wird wieder für die guten Zwecke derselben verwendet.

[2] Nun heißt es freilich in der Anstalt recht tüchtig sparen, um den Kaufpreis baldigst abzahlen zu können.

[3] Die Aussicht über eine edle, künstlerische Restaurirung der Kirche hat – auf meine Bitten – der Director der Kunstanstalt in München, Herr Mayer, übernommen.                                                 Der Verfasser