Nachstehender Beitrag erschien in der Broschüre:
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr: Bauen mit Ziegel – Bewährt und innovativ; Juli 2017

(mit freundlichem Einverständnis vom 21.01.2018 zur auszugsweisen Veröffentlichung)

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Historisches bewahren und nutzbar machen

Polizeiinspektion Donauwörth
Sanierung

Das Gebäudeensemble der Polizeiinspektion Donauwörth besteht aus dem sogenannten Deutschordenshaus an der Kapellstraße und dem zweigeschossigen Nebengebäude in der Eichgasse. Beide Gebäude wurden als Mauer werksbauten errichtet, verfügen größtenteils über hölzerne Deckenkonstruktionen und stehen unter Denkmalschutz. Das Hauptgebäude ist eines der ältesten Gebäude Donauwörths.
Die Ursprünge gehen zurück auf das 13. Jahrhundert, seit Ende des 18. Jahrhunderts ist es Sitz des Deutschordens. Im Späteren von verschiedenen Ämtern genutzt, wird das Ensemble 1970 –1973 zu Polizeidienstzwecken umgebaut, was den Verlust fast aller historischen Oberflächen zur Folge hat.

Geschichte der Bauweisen
Bedingt durch die lange Nutzungsgeschichte mit zahlreichen Umbauten und Erweiterungen finden sich in dem Gebäude unterschiedliche Ziegelbauweisen. Darunter auch mit Ziegeln ausgefachte Fachwerkkonstruktionen.

Historisches erhalten
Das Staatliche Bauamt begann 2007 mit der Vorplanung zur Sanierung beider Gebäude. Ziel war die Wiederherstellung der Standsicherheit unter Erhaltung der historischen Bausubstanz. Dazu war in einem ersten Schritt die statisch-konstruktive Instandsetzung der Dachtragwerke, die Verspannung der Außenwände mittels Zugankern in der Deckenebene, eine Nachgründung bis auf tragfähigen Grund und die Ertüchtigung der Fundamentierung nötig. Daraufhin erfolgte die hochbauseitige Sanierung und die grundlegende Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung. Änderungen in der Grundrissgestaltung beschränkten sich auf funktionale Optimierungen für den Polizeidienst.

Vorhandene Konstruktion nutzen
Die Baumaßnahme erforderte nur geringe Eingriffe in die vorhandenen Konstruktionen. Die Massivwände blieben größtenteils unberührt, gleiches gilt für Tür- und  Fensteröffnungen. Im Zuge der Maßnahme wurde die gesamte technische  Gebäudeausrüstung erneuert. Für die Wärmeversorgung wurde eine Pelletsanlage installiert, die den Grundbedarf an Heizwärme beider Gebäudeteile deckt. Spitzenlasten wer den durch das Zuschalten eines Gaskessels bewältigt, wodurch gleichzeitig auch ein gewisses Maß an Redundanz entsteht.

Denkmalschutz und Wärmeschutz
Eine durchgehende Dämmung ist weder gegen das Erdreich noch im Bereich der  obersten Geschossdecken – teilweise Stuckdecken – möglich und die Außenwände können aus Gründen des Denkmalschutzes nicht gedämmt werden. Allerdings fällt der Transmissionswärmeverlust über die Außenwände aufgrund ihrer Stärke von Haus aus relativ gering aus. Eine wesentliche Verbesserung des Wärmeschutzes wird durch den Einbau neuer Fenster mit geringem Wärmedurchlassgrad erzielt. Die Abweichung von den Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2009 wird durch die Denkmaleigenschaft des Deutschordenshauses und seines Nebengebäudes begründet.

Polizeiinspektion Donauwörth
Sanierung

Bauherr
Freistaat Bayern
Nutzer
Polizeiinspektion Donauwörth
Standort
Donauwörth
Projektleitung
Staatliches Bauamt Augsburg
Architektur
Obel und Partner, Donauwörth
Tragwerksplanung
Barthel & Maus, München
Elektroplanung
Ing.Büro Angermeyer, Nördlingen
Haustechnik
Dr. Klas, Ingenieurbüro, Donauwörth
Bauweise
denkmalgeschützter, verputzter Ziegelbau
Bauzeit
10/2010 – 10/2012
Nutzfläche
2.253 m²
Baukosten
8,7 Mio. € (KG 200-700)

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