Die Pädagogische Stiftung Cassianeum beabsichtigt eine umfassende Neuordnung an ihren Gebäuden und Grundstücken auf dem Gelände der ehemaligen Druckerei Auer durchzuführen. Die Gebäude werden bereits derzeit entsprechend der geplanten neuen Nutzung umgebaut. Flankierend zu den verschiedenen geplanten Hochbaumaßnahmen sollen aber auch die Freianlagen neu gestaltet werden.

Die privaten Freiflächen sollen nach dem Willen von Stiftung und der Stadt Donauwörth öffentlich nutzbar und von „hoher Gestaltungsqualität“ sein. Dass diese Umgestaltung ihren Preis hat und von der Stiftung Cassianeum allerdings nicht ohne Unterstützung geschultert werden kann, ist nachvollziehbar. Die Stadt Donauwörth führte daher Gespräche mit der Regierung von Schwaben bezüglich einer möglichen Städtebauförderung. Seitens der Regierung von Schwaben wurden eine Förderung des Gesamtprojekts in Höhe von über 1,3 Mio. € förderfähige Kosten in Aussicht gestellt. Voraussetzung dafür sei allerdings die Durchführung eines entsprechenden qualifizierten Wettbewerbs zur Neuordnung der Freiflächen.
Daraufhin hatte der Stadtrat nach Abwägung des öffentlichen Interesses die Auslobung eines entsprechenden Wettbewerbs beschlossen. Damit sollte sichergestellt werden, dass sowohl die Sanierungsziele, als auch das öffentliche Interesse und die kommunalen Interessen bei der Gestaltung entsprechend umgesetzt werden können.
Gegenstand dieses Wettbewerbs waren einerseits die Freianlagen der Pädagogischen Stiftung Cassianeum (Realisierungsteil), andererseits auch die Freianlagen der Stadt Donauwörth (Ideenteil). Zum Ideenteil gehörten der nördlich an das Auer-Gelände angrenzende Teil der Heilig-Kreuz-Straße und ein Teil der südlich angrenzenden Flächen der Auer-Wiesen und des Heilig-Kreuz-Gartens (beide größtenteils als Parkplatz genutzt).
Die prognostizierten anrechenbaren Kosten (netto, KG 500) lagen für den Realisierungsteil ungefähr zwischen 1 500 000 und 2 000 000 EUR bei ca. 0,9 ha Fläche.
Zielsetzung für den Realisierungsteil waren öffentlich und privat genutzte Freianlagen mit hoher Aufenthaltsqualität.
Für den Ideenteil Bereich Heilig-Kreuz-Straße wurde eine Straßenraumgestaltung gewünscht, die den Bezug zur Gestaltung der historischen Altstadt herstellt und zwischen dieser und der Neugestaltung des Auer-Areals vermittelt. Im Ideenteil Bereich Auer-Wiesen/Heilig-Kreuz-Garten sollte der Parkplatz in seiner Funktion erhalten bleiben, allerdings attraktiver gestaltet und in den Naturraum integriert werden.

Die Gesamtkosten für die Wettbewerbsdurchführung wurden auf knapp 130.000 € prognostiziert. Als förderfähig im Rahmen der Städtebauförderung wurden von der Regierung von Schwaben 129.000 € (70% Förderung) festgesetzt.

Preisgericht

Am 07.12.2015 fand die Beurteilung durch die Preisrichter statt. Die stimmberechtigte Jury setzte sich unter Vorsitz von Prof. Bü Prechter (Landschaftsarchitektin aus
München), Oberbürgermeister Armin Neudert, 2. Bürgermeisterin Dr. Stefanie
Musaeus, Prof. Dr. Werner Schiedermayr (Pädagogische Stiftung Cassianeum),
Stadtbaumeister Kay Wannick, Elke Berger (Landschaftsarchitektin aus München), sowie Jochen Rümpelein (Landschaftsarchitekt aus Freising) zusammen.

Ausgezeichnete Planungen in Übersicht und Detail:

  • 1. Preis Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden
    strukturieren dabei in ihrer Arbeit den nun gepflasterten Auerplatz neu und verbinden diesen mit einem in Anlehnung an die historischen Kloster- und Schulgärten gestalteten großzügigen Garten. (Plan – Bilder – Erläuterung)
  • 1. Preis      Glück Landschaftsarchitekten aus Stuttgart                                       bilden hingegen einen Dialog zwischen dem Auer-Platz und –Garten
    durch eine steinerne Piazza mit anschließenden Gartenterrassen in
    Anlehnung an die historischen Gärten.
  • 3. Preis      Capatti Staubach Landschaftsarchitekten aus
    Berlin.
  • Anerkennung    Geskes Hack
  • Anerkennung    Sinai

 

Ergebnis auf competionline.de

Lars-Consult, Memmingen