Nachstehender Beitrag
gibt einen kleinen Abriss der Geschichte Donauwörths und geht auf die Münzfreiheit der ehemaligen „Freien Reichsstadt Schwäbisch Werth“ ein und beschreibt einen „Donauwörther Taler“. 

Der Beitrag ist ein Auszug aus:
D. Johann Friedrich Joachim
: Des neu eröfneten Münzcabinets, dritter Theil,„Des neueröffneten Muenzcabinets dritter Theil, darinnen merkwürdige und viele bishero  … Gold- und Silbermünzen zu finden, die richtig in Kupfer abgebildet, beschrieben und erläutert werden, Band 3
erschienen bei Johann Eberhard Zeh, Nürnberg 1770
(digitalisiert von google books)

Zum Autor:
Johann Friedrich Joachim (23.06.1713 – 24.12.1767)
 beider Rechte Doktor, ordentlicher Lehrer der Geschichte und Bibliothekar der königlichen preußischen Friedrichs-Universität in Halle, Achtmann der Kirche Sankt Ulrich und Mitglied der herzoglichen sächsischen Gesellschaft zu Jena, wurde geboren am 23. Juni 1713 in Halle / Vater Christian Joachim Obermeister der Schmiede-Innung und Kirchvater der Kirche zu Sankt Moritz
 
S. 216 – 224
 
Tab. XXVII.
 
Die Hauptseite stellet vor das kaiserliche gekrönte und geharnischte Bildniß mit umgehangenem goldenen Vließ, dem Zepter in der rechten Hand und umgegürtetem Schwerdt, nebst der Umschrift: CAROLVS V; ROMA. norum IMP. erator SEMP. er AVGV. ftus.
 
Auf der Rückseite stehet der kaiserliche gekrönte Adler, auf dessen Brustschilde der Buchstabe W zu sehen, mit der Umschrift: MO: neta NO: va ARGE:ntea CIVI: tatis SVE: uicae WERDA: e. 45.
 
Dieser seltene Thaler der ehemaligen Reichstadt Donauwerth wird in des Herrn Hofraths von Madai vollständigen Thalercabinet, Th. 1. n. 2201. angeführet und beschrieben, auch dabei gemeldet, daß dergleichen Thaler von den Jahren 1544. und 1548. angetroffen werden. Es sind dieselben um so viel höher zu schätzen, je bekannter es ist, daß diese Stadt, seit dem Jahre 1607, ihre Reichsfreiheit verlohren und unter die Herrschaft des beirischen hauses gekommen ist, da dann ihr Münzrecht aufgehöret hat. Es sind also, seit dieser Veränderung, keine donauwerthische Münzen weder in Gold noch Silber, mehr gepräget worden, und es werden wohl auch dergleichen, bei so gestalten Sachen, nimmermehr wieder gepräget werden. Die Stadt Donauwerth hat sonst die Münzfreiheit von dem Kaiser Carl dem Fünften, im Jahr 1532, erhalten, wovon ich weiter unten den Freiheitsbrief beibringen werde.
 
Die Stadt Donauwerth, so auch Werth, Schwäbisch Werth, Wörd, genannt, soll, wie CRVSIVS in der Schwäbischen Chronik, Th. I. S. 362. meldet, von dem Grafen Theobald von Kyburg und Dillingen seyn erbauet worden. Sie lieget an der Donau, wo die Wernick hineinfällt, und macht eine Halbinsul aus. Nach dem Abgang vorgedachter Grafen gelangete Donauwerth, unter die Regierung Kaiser Henrichs des Sechsten, an die Herzoge von Schwaben. Der Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Bairn, Ludwig der Strenge, erhielte diese Stadt im Jahr 1266. von dem letzten herzog in Schwaben, Conrad, sonst Conradinus genannt, wie AVENTINVS lib. VII. Annal. Boier. c. 8. n. 5. zeiget, und solches auch die darüber ausgefertigte Urkunde in LVNIGII Reichsarchiv, Part. Spec. Contín. II. p. 3. ausweiset. Als hernach der Kaiser Albrecht der Erste im Jahr 1302. mit den rheinischen Churfürsten wegen den Zollsachen am Rhein im Krieg verfiel: so ward diese Stadt, nebst noch einigen andern, dem Churfürsten Rudolph von der Pfalz abgenommen, wovon AVENTINVS c. l. lib. VII. c. 13. n. 9. meldet: In Boiariae finibus Caesareani Neuenmarkt, atque Werdae, Sueuiae vrbes, coloniae Bajorum, continuo deditionem faciunt, praesidium Bajorem, quod Werdae in wrce erat, fortiter resistit, donec suffossa, atque eversa moenium parte, Alberto se permittere coactum est. S. auch CRVSII Schwäbische Chronik, B. 1. S. 876. Im Jahr 1348. erklärte der Kaiser, Carl der Vierte Donauwerth für eine Reichsstadt. Die darüber ausgestellte Urkunde hat LVNIG im Reichsarchiv, Part. Spec. Contin. IV. TH. I. p. 405. bekannt gemacht. Dem allen aber ohngeachtet verpfändete derselbe diese Stadt im Jahr 1376. an die Söhne des Herzog Stephans in Baiern um 60000. Dukaten. Allein dessen Enkel, Ludwig der Bärtige, von der ingolstädtischen Linie, verlor dieselbe in dem Kriege mit seinem Vetter, Herzog Henrichen zu Landshut, indem ihn der Kaiser Sigmund im Jahr 1434. nöthigte den Pfandbrief herauszugeben, und einen Verzichtsbrief über die Stadt Wörth, der Pfandschaft halber, auszustellen, welcher beim LVNIG c. l. p. 420. zu lesen, allwo auch sich das Privilegium des Kaisers für die Stadt Wörth, wegen des Ungelts, und über das Blut zu richten, findet. Nach diesem suchte der Herzog Ludwig der Reiche, zu Landshut, da dessen Vater Henrich im Jahr 1447. den ingolstädtischen Landesantheil geerbet hatte, den Anspruch auf Donauwerth wieder hervor. Der Kaiser Friedrich der Fünfte, gab sich zwar alle nur ersinnliche Mühe ihn davon abzuhalten; es war alles umsonst. Der Herzog Ludwig rückte vor die Stadt und unternahm die Belagerung, ohne sich an die kaiserlichen Abmahnungsschreiben im geringsten zu kehren. In der Stadt war Verrätherey, wozu sich der Bugermeister Gundelwein gebrauchen ließ, und diese beförderte die Uebergabe an den Herzog. Der Kaiser beschrieb die Stände im Februarius des Jahrs 1459. auf den Reichstag nach Eßlingen, durch dessen Schluß ein Heer von 20000. mann auf die Beine gebracht wurde, über welche der Marggraf Albrecht von Brandenburg zum Feldherrn bestellet wurde. Diese Anstalten nöthigten den Herzog, daß er die Stadt Donauwerth wieder räumen mußte. ADLZREITER Part. II. lib. 8. Anual. Boic. gent. n. 28. p. 180. erstattet davon diesen Bericht: Ludouicos Landishutanus non immemor defectionis Werdeae Sueuicae qua ad imperii civitates Ludovico Barbato caeterisque Boicae principibus invitis desciverat et nondum oblitus Sigismundum Caesarem, ob unius Barbati noxam, et coactam obedientiam, totam Bojorum Principum domum eiusque civitatis dominatu exuisse, eiusdem recuperantae consilium suscepit, Traxit in belli societatem Albertum Brandebrurgicum, Fridericum Patinum Victoriosum, Otonem et Joannem itidem Palatinos, Vdalricum Wirtenbergicum, multosque primae nobilitatis Dynastas, quibus ea res visa spectare non modo ad gentem Boicam, sed etiam ad alios Principes, quos proclive aliquando foret tali exemplo, avitis possessionibus immeritos exturbari. Coacto et Ludovici milite et auxiliaribus copiis viginti millium exercitu, ventum est ad Werdeae moenia, castrique circumpositis coepta et oppugnationem munimenta parari. Cives, quibus nec floris promta erant auxilia, nec vires domi pares, impetrata colloquendi facultate, mox fecere Ludovico deditionem, oblatis urbis clavibus, immunitatum tabulis, factaque de praerogativis, quod ipsi videretur flatuendi lebertate. Arenbeckius id factum resert post festum divi Matthaei Apostoli. Fridericus Imperator, caeteroquin non optime in Ludovicum affectus, ea de re factus certior, Principum comitio Norinberam indicto, vehementer de Ludovico conquestus singulorum fententiam exposcit. Conutii vox suit, inique factum, quod incolsulto Caesare Werdeam Ludovicus privata auctoritate violenter occupasset: Fo poinde amoto, civitatem huperae conditioni esse restituendam. Bellum igitur in Ludovicum in urbe recipienda iuvisset, demantatur. Ille militaris princeps ngenii, five delata potestate laesus, sive non auszs Caesaris et principum imperia detrractare, confstim viginti quatuor hominum millia colligit, urbemque a Ludovico repetit. Valuit Caesaris totiusque sere Imperii armata voluntas, ut Ludovicus, quamlibet illubens restitansque Werdea Praesidium educeret. Eam vacuam absque mora, Caesaris nomine, Episcopus Eistadiensis insedit, Pappenheimus vero, Augustali Praetorio Praefectus, paolo post sub exeuntem Septembrem occupavit. Ortae inde inter Ludovicum Brandeburgicum simultates, quae tandem in hostilia desierunt.
ADLZREITER verwechselt hier den nürnbergischen Reichstag mit demjenigen, der zu Eßlingen gehalten worden. Erst auf dem eßlingischen Reichstag erfolgte der nürnbergische, auf welchem die Irrung wegen Donauwerth endlich gütlich verglichen wurde. Denn sowohl der Pabst, Pius der Zweete, als auch viele Reichsfürsten thaten dem herzog Ludwig solche nachdrückliche Vorstellungen, daß er sich erklärte, alles anzunehmen, was sie desfalls aussprechen würden. Der Ausspruch fiel endlich dahin aus: “ Es sollte der Bischof zu Aichstädt, im Namen der Kaisers und von des Heiligen Reichs wegen, die Stadt Werth bis Michaelis innehaben, die Straffe aber, daß Herzog Ludwig aus Ungehorsam das kaiserliche Mandat verachtet, und viel Fürsten mit Ungrund auf seine Seite gebracht, Ihrer Majestät vorbehalten bleiben.“
Von diesen Vorfällen handelt nun ADLZREITER l.c. als auch GOBELINVS lib. III. Commentar. Pii II. Papae, p. 62. und FVGGER im österreichischen Ehrenspiegel, B. 5. S. 657. erzählet die Einräumung der Stadt Donauwerth mit diesen Worten: „Als nun der bestimmte Tag Michaelis erschienen, und inzwischen von Chur- und Fürsten zu Recht ferner erkennet, und beschlossen worden, daß die Stadt Wörd beim Reich verbleiben sollte; da verordnete Kaiser Henrich von Pappenheim, die Stat von Reichswegen wieder einzunehmen. Dieser erforderte auf gleichmäßigen des Kaisers Befehl von Augsburg 60. und von Nürnberg 50. Mann, kame mit denselben in Wörd, und berufte den Rath und Gemein auf den Markt in gegenwart eines bairischen verordneten Commissariens, daselbst wurden die Wörder, durch diesen des Herzog Ludwigen geschwornen Eides ledig gesprochen; hingegen durch des Reichsmarschalck, in Kaiserl. Majestät und Reichs Pflicht genommen, also daß sie hinfüro in Ewigkeit allein dem römischen Kaiser und H. Reich Treu und Gehorsam leisten sollten. Der Burgermeister Gundelwein ward, mit andern seines Anhangs, des Raths und aller Ehren entsetzt, ingleichen von Rathhauß, Thüren und Thoren das bairische Wappen, in Angesicht des Gendtens, abgenommen, und mit dem Reichsadler ausgewechselt. Solchergestalt endigte sich dieser Handel mit der Stadt Donauwerd, aber die Straffe Herzog Ludwigs bejielte Kaiser Friedrich in der Feder, weil er wohl merkte, daß selbiger nicht ruhen, sondern durch fernern Frevel die Straffe mehren würde „S. MVLL RI Reichstagstheatrum unter dem Kaiser Friedrich dem Fünften, Abth III. S. 614-619. Seitdem nun verblieb Donauwerth bei dem Reiche, und kam bei der Kreiserrichtung zu dem schwäbischen Kreise. Zur Zeit der Reformation nahm sie die protestirende Lehre an. Sie trat nachhero auch dem schmalkaldischen Bunde bei, wurde aber durch den Octavius Farnese eingenommen, wovin SLEIDANVS de Statu religionis et reipublicae sub Carolo V. lib. XVIII. p. 574. und THVANVS lib. II. Historiar. p. 64. mit mehrern handeln. Als aber der Passauer Vertrag im Jahr 1552. zu Stande kam: so erhielte die Stadt auch wieder ihre Reichsfreiheit, und die Uebung der protetantischen Religion. Wer sonst Verlangen hat, von den begebenheiten der Stadt Donauwerth Nachricht einzuziehen, der findet selbige in Martini CRVSII Schwäbischen Chronik, B. S. 443-447. In der Stadt befindet sich das Kloster zum heiligen Creutz. Der Abt sesselben hatte bishero Umgäne durch die Stadt gehalten, nach dem Passauervertrag aber und auch dem, darauf im jahr 1555 erfolgten Religionsfrieden, wurden dergleichen Proceßionen eingestellet. Allein als der Abt im Anfang des siebzehenten Jahrhunderts dieses wieder anfangen wollte, that ihn der Rath darüber diensame Vorstellungen; welche aber doch nichts fruchten wollten. Ueberdem aber brachte der Abt die Sache an das kaiserliche und Reichscammergericht nach Speyer, und erhielte allda eine Ladung an die Stadt ad videndum se declarari in poenam fractae pacis et constitutionis rligionis, cum adnexo mandato sine clausula de non offendendo, nec turbando. Der Termin war der 24. October 1605. Allein die Ladung wurde zurück gehalten bis zum 27. Frebruarius 1606. da sie erst dem Rathe eingehändigt ward, und zwar nur zwo Stunden vorher, ehe das Begräbniß eines catholischen Bürgersohns, mit gewöhnlichen Ceremonien sollte gehalten werden. Der Abt ward gebeten, sich aller neuerung zu enthalten; aber alles umsonst, und der Rath legte eine Protestation ein, suchte auch um dessen Aufhebung an, weil solches erschlichen worden. Unterdessen stellte der Abt, wider des Abmahnen des Raths, den 15./25. April 1606. eine feierliche Proceßion nach dem Dorfe Achsosheim an. Als er aber wieder zurück kam, erhob sich in der Stadt ein Auflauf, die Proceßion wurde gestöret, und die Catholischen sehr mißhandelt. Die Sache kam zur Klage an den kaiserlichen Hofe, und es wurde dem Herzoge Maximilian von Baiern die Untersuchung aufgetragen. Dieser, welcher sich des alten Anspruchs an die Stadt erinnerte, nahm diesen Auftrag mit Freuden an, und schickte seine Räthe zur Untersuchung nach Donauwerth. Diese kamen zwar den 13. April 1607. in die Stadt, sie wurden aber von dem Pöbel gar sehr beleidiget. Damit häuften sich die Klagen, und die Stadt ward den 3. August in die Acht erkläret. Der Vollstreckung derselben ward, nach der Executionsodnung, nicht dem schwäbischen Kreise, wozu die Stadt gehörete, sonderm dem Herzog in Baiern aufgetragen. man schickte darüber hin und her, und der Rath erboth sich bei dieser Härte zu aller genugthuung. Nur die Bürgerschaft widersprach. Der Herzog Maximilian rückte mit seinen Völkern gegen die Stadt, und sie muste sich ergeben. SPANHEM en Memiores de Louise Juliane p. 78. schreibet davon: Le Duc de Baviere qui avoit muguetté, ceste ville de longue main, comme estant extremement a sa bienseance, et enclavée en bon da la Cour Imperiale, il s’en rendit Executeur pour a’accommoder d’une place, qui couppoit ses Etats en pieces et luy donnoit moyen de s’esquarrer ses confins. Et afin qu’on fust desabusé d#abord, de s’imaginer, qu’elle deust etre restituée a l’Empire, la Cour de München ordonna, que les poids, mesures et ausnes de Baviere y fussent introduites, et une journée anniversaire establie, pour solenniser la memoire de ceste conquete avantageuse. Inzwischen gaben der schwäbische Kreis und die Protestanten sich viele Mühe, die Freiheit der Stadt wieder zu erhalten. Es wurde solches auch im Jahr 1610. versprochen, konnte aber, weil Baiern die Executionskosten so hoch rechnete, nicht geschehen.
 
Im Jahr 1632. wurde sie zwar von dem Könige in Schweden, Gustav Adolph, erobert: allein der Herzog Maximilian, nahm sie im Jahr 1634. wieder ein. Sie blieb also bei Baiern bis zum Jahr 1704, da nach der Schlacht bei Höchstädt die kaiserlichen Völker davon Besitz nahmen. Der Kaiser Joseph erklärte sie in folgendem Jahre zur freien Reichsstadt, wobei sie auch bis zum Jahr 1714. erhalten wurde. Allein nach dem Badenrastdterrieden muste sie sich der baierischen Herrschaft wieder unterwerfen. Von den letztern Vorfällen, bei welchen die Stadt Donauwerth ihre Freiheit verloren hat, sind zu lesen THVANVS lib. 137. p. 1286. CONTINVATOR CHYTRAEI p. 127. LVDOLF Historische Schaubühne, B. 7. c. 2. Donawerthische Relation, Donauwerthische Information, PFEFFINGER Memorabilia Saeculi XVII. a. 1605. seqq. KNIPSCHILD de Ciuitatibus Imperialibus lib. IV. n. 43. seqq. STRVV Historie der Religionsbeschwerden, P. I. c. 3. §. 52. u. f.
 
Diese Stadt hat nun, wie ich oben gezeiget, die Münzfreiheit von dem Kaiser Carl dem Fünften erhalten, worin dann auch zugleich vorgeschrieben worden, wie ihre Münzen in Gold und Silber sollen ausgepräget werden. Der kaiserliche Gnadenbrief stehet in des Herrn Hofraths HIRSCH Münzarchiv, Th. 1. S. 253. u. f. aus welchem ich denselben wörtlich hier beifüge. Es lautet aber selbiger also:
 
„Wir Carl, der Fünfte, von Gottes Gnaden Romischer Keyser zu zc. zc. Bekennen offentlich mit diesem Brieff, und thun kundt allermänniglich, wiewohl wür aus angebohrner Gnatte und Kayserlicher Mildtigkeit allezeit geneigt sein, aller und jeglicher unserer und des Heiligen Reichs Unterthanen und Getreuen Aufnemmen und Nutz zu fürdern, so ist doch unser Kayserlich Gemüt pillich mehr begütlicher, die, der Vorfahren und sie sich allezeit bey unsern Vorfaren uns und dem Reich in getreuer und gehorsamber Dienstbarkeit redlich gehalten und erzaiget haben, mit noch mehrer Gnaden und Freyheit zu begaben und zu fürsehen. Wann uns nun unser und des Reichs lieben und getreuen Burgermeister und Rath der Stadt Wördt an Thonau gelegen, diemitiglichen anruffen und bitten lassen haben, daß wür inen Hungarisch und Reinisch Gulden und Silberne Müntz auf unser und des Reichs Ordnung, wie Chur-Fürsten, Fürsten und ander Stende deß Reichs jederzeit in Gebrauch haben, zu schlagen und zu münzen, zu günen und zu erlauben, gnediglichen geruethen, haben wür angesehen solch ihr diemittig zimblich Bette, auch die getreuen nuzlichen dienste, so ihre Vorfaren und sie Unsern Vorfaren, Römischen Kayßern, Königen, Uns und dem Heiligen Reich gethan haben, und in künfftig Zeit woll thun mögen und sollen, und darumb mit wollbedachten Muet, guetten Rath und rechten Wißen, den gemelten Burgermeister und Rath zu Wördt, diese sonder Gnad gethan, Freyheit gegeben, gegunt und erlaubt und thun das alles hiemit von Romischer Kayßerlicher Macht Vollkomenheit und rechter Wißen, also daß sie und ihere Nachkomen nun füran Hungarisch und Reinisch Gulden, desgleichen silbern Münz, nemblich Zehner, Doppel-Sechser, Plappart, Kreuzer, Pfennig und Haller, mit dem geprägen, auf der einen Unser Prust-Bild, und der Uberschrifft, Carolus Quintus, Romanorum Imperator semper Augustus, und der andern Seite ihr Statt-Wappen, wie sie das sezo füren und brauchen und mit der Uberschrifft: Moneta nova aurea vel argentea Civitatis Svevica Werdta, und der Jahrzahl, darin ein solch Münz gemacht würdet, durch einen ehrbaren, aufrichtigen und verständigen Münz-Meister, den sie zu einer jeden Zeit darzu verorben, schlagen und münzen lassen, und damit getreulich verfahren und handlen sollen und mögen, ohn menigliches Verhinderungen, doch daß solch Hungarisch und Reinisch Gulden auch silbern Münz alles von dem Strich Nadel, Gehalt, Korn, Gewicht und Gradt, wie ander Hungarisch und Reinisch auch silberen Müntz, nach laut und Vermög unser und des Reichs Ordnung, und nicht geringer geschlagen, und sonderlich daß Pfenning und Haller auf Schware und Werung der Fürsten von Bayren und Statt Augspurg Geprauch gemes gemacht, damit der gemeine mann bestehen und dadurch nit betrogen sondern gefürdert werden. Und ob wir über kurz oder lang in dem heiligen Reich der gulden und Silberen Münz halben einich Endrung und Ordnung fürnemen und machen wurden, dersekben sollen sie sich und ihre Nachkomen alsdann auch gemaß und gehorsam halten, und gebieten darauf allen und jeglichen Chur-Fürsten, Fürsten, Geistlichen und Weltlichen Prälaten, Grauen, Freyen, Herren, Rittern, Knechten, Haubtleuten, Landt-Vogten, Vizthumen, Pflegern, Verwesern, Ambtleuthen, Schuldtheißen, Bürgermeistern, Richtern, Rethen, Burgern, Gemeinden, und sonst allen andern Unsern und des Heiligen Reichs Unterthanen und Getreuen, in was Wirden, Stants oder Wesens die sein, erstlich mir in diesem Brieff, und Wellen daß sie die genanten Burgermeister, und Rath und ihre nachkomen zu Wördt bey diesem unsern Kayserlichen Gnaden, Freyheiten, Gunnen und Erlauben der ob angefürten Gulden und Silbern Müntze, genzlich bebleiben, sie der beruhelich gebrauchen und genießen, die auch allenthalben, wie ander Hungrisch und Reinisch Gulden, auch die Münz in ihrem Werdt nemen, und damit handeln und thun laßen, und hinwieder nit thun, noch deß jemand anderen zu thun gestatten in kein Weise, als lieb einen jeden sey Unser und des Reichs Ungnad und Straf, und darzu einer Peen, nemlich dreyßig Marckh Löttiges Goldes zuvermeiden, die jeder, so offt er frevelich hiewieder thette, und halb in unser und des Reichs Camer und den andern halben Teil obgemelten Burgermeister, Rath und ihren Nachkomen zu Wordt unableßlich zu bezahlen, verfallen sein sollen. Mitt Urkundt diß Brieffs, besiegelt mit unserm Kayserlichen anhangenden Innsiegel, der geben in Unser und des Reichs Statt Regensburg, am Funfzehnenden Tag des Monats May nach Christi unsers lieben Herrn Geburth, in Fünfzehen hundert und zwey und dreyßigsten, Unßers Kayßersthums im Zwelften, und unser Reiche im Sibenzehenden Jahr.“
 
Diese Münzfreiheit hat der Kaiser Carl der Fünfte der Stadt Donauwerth, im Jahr 1534. bestättiget und dahin erkläret, daß sie solle befugt seyn, alle andere Münzsorten, nach Gefallen, ausprägen zu lassen, wie solches der Freiheitsbrief in des Herrn Hofraths HIRSCH Münzarchiv Th. 1. S. 262. u. f. ausweiset; den ich aber, um nicht weitläufig zu seyn, hier nicht beibringen kan. Die Stadt Donauwwrth, führte ehedem als eine freie Reichsstadt den schwarzen zweiköpfigen und gekrönten Reichsadler in einem goldenen Schilde, und auf der Brust des Adlers stund ein golden W in einem blauen Schilde. Also stellet sich auch dieses Stadtzeichen auf unserm Thaler dar, und man ersiehet, daß die donauwerthische Stadtmünzen, nach der, im kaiserlichen Gnadenbriefe enthaltenen, Vorschrift ausgepräget worden. Da übrigens die Stadt Donauwerth, nach dem kaiserlichen Freiheitsbriefe, die Erlaubniß erhalten, auch goldene Münze prägen zu lassen; so hat sie sich dieser Freiheit zwar bedienet, und ihre goldene Münzen sind für gut befunden worden: es ist mir aber keine derselben jemals zu Gesichte gekommen.
 
 
 
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siehe dazu auch:
– Dr. HANS GEBHART (1924): Taler- und Goldguldenprägung im 16. Jahrhundert;
  aus: Die Münzen und Medaillen der Stadt Donauwörth